Baden-Württembergs Ex-Ministerpräsident Lothar Späth gestorben.

Lothar Späth war 13 Jahre (1978 bis 1991) Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Er folgte auf Hans Filbinger. Als Regierungschef trieb Späth den wirtschaftlichen Erfolg des Landes voran und erhielt dafür den Spitznamen „Cleverle. Späth nimmt unter den führenden deutschen Politikern der letzten Jahrzehnte wegen der sich in seiner Person verkörpernden Symbiose von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur eine Sonderstellung ein.
1991 musste Späth im Zuge der „Traumschiff-Affäre“ zurücktreten. Er hatte sich von Firmen teure Urlaubsreisen und Flüge bezahlen lassen. Nach dem Ende seiner Polit-Karriere startete er in der Wirtschaft durch. Kurz nach seinem Rücktritt ging er in die frühere DDR, wurde dort Geschäftsführer der Jenoptik in Jena, brachte das Unternehmen erfolgreich an die Börse. Zuletzt war Späth wegen seiner Demenz in einem Pflegeheim im Raum Stuttgart untergebracht. Späth hinterlässt Tochter Daniela und Adoptivsohn Peter. Baden-Württembergs CDU-Chef Thomas Strobl drückte seine tiefe Trauer gegenüber der Familie aus und betonte, dass Lothar Späth ihm stets ein liebevoller und sehr kluger Ratgeber gewesen sei. (bst)