Antrag „Einberufung des Arbeitskreises Schulentwicklung“

Im Arbeitskreis sollen  u.a. die zukünftige Entwicklung  der Bad Schönborner Schulen, insbesondere der Michael-Ende-Haupt- und Werkrealschule und der Realschule Bad Schönborn sowie die Weiterentwicklung offener Angebote am Nachmittag für den Sekundarbereich I in Bad Schönborn, hier der Realschule, (Hausaufgabenbetreuung später auch Mittagessen) abgeklärt werden.
Seit Antragstellung hat sich die Situation im Sekundarbereich I auch in unserer Region weiter verschärft. Immer mehr Gemeinden wollen die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen beantragen, jedoch nicht weil sie von diesem Schultyp überzeugt sind, sondern eigentlich nur um den eigenen Schulstandort zu sichern.

Damit droht eine reine Umetikettierung von Werkrealschulen zu Gemeinschaftsschulen mit der Option, dass etliche mangels Kapazität in einigen Jahren scheitern werden – die Schülerzahlen sind und bleiben ja rückläufig. Realistische Schätzungen gehen außerdem von einem Investitionsbedarf von € 3 - 3,5 Millionen pro Gemeinschaftsschule (Einrichtung von Lernlabor, Kantine etc.) aus. Diese Investition müssen die Gemeinden bislang alleine schultern, denn hierfür gibt es keinerlei Finanzierungszusagen aus Stuttgart.

Da das bereits für Oktober 2012 zugesagte Konzept der Regionalen Schulentwicklung noch immer fehlt und das Ministerium bei der letzten Genehmigungsrunde die eigenen Vorgaben (Zustimmung der Nachbargemeinden, stabile Zweizügigkeit) nicht eingehalten hat,  lautet mittlerweile das Motto: Jeder Bürgermeister rette seine Schulen so gut er kann!

Wir sind nicht grundsätzlich gegen Gemeinschaftsschulen. Diese hätten einen Ausgleich schaffen können, wenn man bei der Genehmigung der Gemeinschaftsschulen das regionale Umfeld in den Blick genommen hätte. Durch diese mangelhafte Arbeit des Ministeriums droht an vielen Orten aus der ehemaligen Aufbruchsstimmung eine zunehmend aggressive Abbruchsstimmung zu werden. So  läuft auch die Gemeinde Bad Schönborn als Schulträger Gefahr, dass mangels klarer Verhältnisse die Schüler wegbrechen und sich die erheblichen Investitionen in den Schulbereich aus den vergangenen Jahren als fehlgeleitet erweisen – zumal die offiziellen Äußerungen zur Zukunft von Werkreal – und Realschulen sehr widersprüchlich ausfallen.

Wir fordern deshalb eine schnelle regionale Schulentwicklungsplanung, zumindest aber eine verbindliche Regelung für die engere Region auf der verlässlichen Basis der Schülerzahlen: Wir sollten bemüht sein die Versäumnisse des Ministeriums zu korrigieren und darüber nachdenken eventuell unsere eigene kleine „Schullandschaft“ in enger Abstimmung mit den Nachbargemeinden zu gestalten.

Zum zweiten Teil unseres Antrages ist auszuführen, dass dieser die logische Folge der Ergebnisse aus der letzten Runde des ebenfalls von der CDU initiierten Arbeitskreises Schulentwicklung darstellt.  Nicht erst durch die Implementierung der Gemeinschaftsschule, durch die Abschaffung der Schulbezirke und vor allem durch die Abschaffung der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung und der großen Aufgabe Inklusion erfuhr oder erfährt das Schulsystem große Veränderungen, heute ist die gesellschaftliche Realität auch bei uns eine andere und wir müssen darauf reagieren.
 
Für Kindertagesstätten, Kindergärten und die Grundschulen haben wir hinsichtlich von Ganztagesangeboten die Weichen gestellt oder diese bereits entwickelt und umgesetzt. Wir gehen davon aus, dass beispielsweise die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf auch in Bad Schönborn eine immer größere Rolle spielt und die Nachfrage nach zusätzlichen Angeboten am Nachmittag auch für Werkreal- und Realschule zunimmt. Deshalb möchten wir die Weiterentwicklung offener Angebote am Nachmittag für den Sekundarbereich I in Bad Schönborn, und hier besonders an der Realschule (Hausaufgabenbetreuung später auch Mittagessen).

Weiterentwicklung auch deshalb, weil wir der Überzeugung sind, dass die Realschule der Zukunft durch die Veränderungen und Herausforderungen der Schulpolitik (Gemeinschaftsschule, Abschaffung der Schulbezirke, Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung, Inklusion) zumindest einen anderen Charakter als heute haben wird. Offene Angebote und eben keine gebundenen, verpflichtenden Angebote deshalb, weil bereits heute der vermehrte Nachmittagsunterricht erheblichen Druck auf Vereine mit vorbildlicher Jugendarbeit ausübt, aber vor allem auch weil viele Familien das einfach nicht wollen.

Die CDU-Fraktion möchte die sich in diesem Zusammenhang aufwerfenden Fragen und Problemstellungen für den Sekundarbereich I zusammen mit allen am Bildungswesen in Bad Schönborn beteiligten Institutionen beraten, um dann eventuell notwendige Beschlüsse zur Weiterentwicklung der hiesigen Schullandschaft rechtzeitig durch den Gemeinderat zu fassen und umzusetzen. (bst)